10. bis 14. September 2026 | Paris Nord Villepinte
Paris wird im September wieder zum Treffpunkt für Interior, Design und Lifestyle. Mit der September-Ausgabe 2026 setzt die Maison&Objet unter dem Titel „Pulse in Motion“ einen klaren Akzent: Design soll nicht nur gut aussehen, sondern Bewegung auslösen, Verbindungen schaffen und Räume emotional erlebbar machen.
Für uns ist dabei besonders spannend, was sich hinter diesem großen Thema im Interior Design abzeichnet. Denn vieles deutet darauf hin, dass sich die Branche weiter von kurzlebigen Looks entfernt und stärker auf Materialität, Handwerk, Individualität und emotionale Räume konzentriert.
Material wird wieder zum Erlebnis
Oberflächen dürfen wieder spürbar sein. Stein, Holz, Metall, Textilien und handwerklich bearbeitete Materialien werden nicht nur nach ihrer Optik ausgewählt, sondern nach ihrer Wirkung auf den Raum.
Ein besonderer Fokus der diesjährigen Maison&Objet liegt deshalb auf Materialinnovation und zeitgenössischem Handwerk. Die Installation In Materia von Elizabeth Leriche widmet sich ausdrücklich lebendigen Materialien und der Verbindung von Materialität und handwerklichem Können. Ergänzt wird das durch die Eco-materials Corner und die Materialbibliothek materiO’, die innovative und verantwortungsvollere Materiallösungen zeigen.
Das ist mehr als ein dekorativer Trend. Materialien werden zunehmend zu einem Teil der Geschichte eines Raumes.
Farbe darf wieder Charakter zeigen
Nach Jahren neutraler Interiors wird Farbe wieder selbstbewusster eingesetzt. Dabei geht es nicht darum, Räume möglichst bunt zu gestalten. Entscheidend ist vielmehr die gezielte emotionale Wirkung von Farbe.
Auch die diesjährige Gestaltung von Maison&Objet setzt hier ein Zeichen. Der Designansatz von Masquespacio verbindet Farbe, Material, Licht und Möbel zu einer expressiven, immersiven Raumwelt.
Wir erwarten deshalb mehr Räume, in denen einzelne Farben bewusst Spannung erzeugen: warme Erdtöne neben kühlen Nuancen, gedeckte Farben mit kräftigen Akzenten und Farbkombinationen, die einem Interior eine eigene Identität geben.
Handwerk trifft auf neue Formen
Ein weiterer wichtiger Impuls kommt von einer neuen Generation von Designern. Maison&Objet stellt in diesem September insbesondere kreative Positionen aus Südafrika in den Mittelpunkt der Rising Talent Awards.
Interessant ist dabei die Verbindung von traditionellem Wissen mit neuen Formen und Techniken. Webarbeiten, skulpturale Formen und symbolische Muster werden neu interpretiert und mit einer zeitgenössischen, teilweise sehr experimentellen Formensprache verbunden.
Genau diese Verbindung von Tradition und Innovation dürfte für die kommenden Interior-Kollektionen eine wichtige Rolle spielen.
Licht wird stärker Teil der Raumarchitektur
Licht entwickelt sich vom reinen Funktionselement zum eigenständigen Gestaltungsmittel. Leuchten werden skulpturaler, atmosphärischer und stärker als Teil der Einrichtung verstanden.
Das zeigt sich auch bei den diesjährigen Future-on-Stage-Talenten. Mit LightMass gehört ein Studio zu den drei ausgezeichneten Nachwuchsdesignern, dessen Ansatz sich ausdrücklich mit innovativen Formen von Licht und Nutzung beschäftigt.
Für Interior bedeutet das: Nicht nur was beleuchtet wird, wird wichtig, sondern wie Licht einen Raum verändert.
Räume sollen wieder etwas auslösen
Vielleicht ist das der interessanteste übergeordnete Trend.
Interior Design wird emotionaler. Räume sollen nicht mehr nur funktional und ästhetisch sein. Sie sollen Atmosphäre schaffen, Erinnerungen auslösen und unterschiedliche Sinne ansprechen.
Maison&Objet greift diesen Gedanken in ihrem Programm ausdrücklich auf. In der Veranstaltung „Design in Full Bloom: Engaging the Senses“ geht es darum, Räume über Sehen, Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken ganzheitlich wahrzunehmen.
Das verändert auch die Rolle einzelner Produkte. Eine Leuchte, ein Glas, ein Möbelstück oder ein Objekt wird nicht mehr isoliert betrachtet. Entscheidend ist das Zusammenspiel im Raum.
Retail und Hospitality werden wohnlicher
Die Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten, Retail und Hospitality verschwimmen weiter.
Maison&Objet widmet diesem Thema mit „Nouveau Souffle“ einen eigenen Schwerpunkt. Die von Pauline Glaizal kuratierte Präsentation beschäftigt sich mit neuen Retail-Konzepten und Räumen, die stärker auf Erlebnis, Individualität und Nutzer ausgerichtet sind.
Gerade für Hotels, Restaurants, Concept Stores und hochwertige Verkaufsflächen bedeutet das: Räume müssen heute mehr können, als Produkte zu präsentieren. Sie müssen eine Geschichte erzählen und eine Atmosphäre schaffen.
Was bleibt?
Wenn man die verschiedenen Entwicklungen zusammenfasst, zeichnet sich für den Herbst 2026 ein Interior ab, das persönlicher, sinnlicher und materialbewusster wird..
Weniger perfekte Austauschbarkeit.
Mehr Charakter.
Weniger reine Dekoration.
Mehr Atmosphäre.
Weniger kurzfristiger Trend.
Mehr Produkte und Materialien mit Geschichte.
Und genau deshalb ist Maison&Objet für uns mehr als eine Messe für neue Kollektionen. Sie ist ein Ort, an dem sich beobachten lässt, wohin sich die internationale Interior-Branche bewegt.
Wir werden in Paris genau hinschauen: auf neue Materialien, Farben, Formen, Lichtkonzepte und vor allem auf die Marken und Produkte, die das Potenzial haben, Interior langfristig zu prägen.
CONCEPT | Curated Synergies.
